Akkuschrauber für Modellbauer

Der richtige Akkuschrauber für Modellbauer

Modellbau gibt es in den verschiedensten Richtungen und Ausprägungen. Vom kleinen Modell eines Zuges der seine Runden durch liebevoll nachempfundene Landstriche zieht bis hin zu komplexen und großen Nachbauten von Düsenjets oder Schiffen. Je nach Modell kommen hierbei unterschiedlichste Werkstoffe zum Einsatz die miteinander verbunden werden müssen. In den meisten Fällen wird dabei fleißig geklebt oder geschraubt. Da gerade im Modellbau diese Werkstoffe empfindlich sein können und auch die Größenverhältnisse durch die Natur der Sache deutlich kleiner ausfallen ist hier häufig feineres Werkzeug im Einsatz. Doch auch in diesem Bereich kann sich ein Akkuschrauber als kleiner Helfer beweisen und mühsame Aufgaben deutlich vereinfachen.

Worauf muss ich bei der Verwendung eines Akkuschraubers beim Modellbau achten?

Die feinere Mechanik und empfindlichen Werkstoffe im Modellbau verlangen nach sehr moderatem Krafteinsatz. Nicht nur kann eine kleine Schraube recht schnell überdrehen, sondern auch das Holz oder Metall kann sich schnell verziehen oder brechen. Auch auf den Einfluss von Magnetismus muss man gerade bei metallischen Kleinstteilen achten. Generell gilt es hier Vorsicht walten zu lassen und mit einem Akkuschrauber eher zu versuchen die Schraub- oder Bohrvorgänge zu vereinfachen als zu beschleunigen.

Wichtige Faktoren für einen Einsatz sind daher:

  • Das Drehmoment
  • Die Drehzahl
  • Der Werkstoff
  • Die Arbeitsumgebung

 

Welches Drehmoment kann ich bei der Nutzung eines Akkuschraubers im Modellbau verwenden?

Viel wichtiger als die verwendete Spannung des Akkuschraubers ist das eingesetzte Drehmoment. Auch wenn es hier natürliche Abhängigkeiten gibt, so gibt es durchaus Akkuschrauber wie z.B. den Makita DF331DSMJ die mit einer Spannung von 10,8 Volt ein Drehmoment erreichen, welches andere Akkuschrauber erst mit 18 Volt erreichen. Generell kann man sagen, dass man ein Drehmoment von über 15 Nm sehr selten brauchen wird im Modellbau. In Spezialfällen kann auch ein höheres Drehmoment gebraucht werden, dies sollte aber die Ausnahme sein.

Was hier besonders wichtig ist, ist die Möglichkeit das Drehmoment des Akkuschraubers variieren zu können. Viele Akkuschrauber verfügen mittlerweile über sehr feingliedrige Drehmoment Abstufungen und erlauben es somit, dass auch ein Akkuschrauber mit einem maximalen Drehmoment von über 60 Nm auf 10 oder 15 Nm reduziert werden können.

Welche Drehzahl sollte bei der Nutzung eines Akkuschraubers im Modellbau genutzt werden?

Die Drehzahl ist zwar nicht so entscheidend für die Kraftübertragung wie das Drehmoment, sorgt aber gerade bei empfindlichen Werkstoffen dafür, dass der Werkstoff geschont wird. Die meisten Akkuschrauber erlauben Drehzahl von fast 2000 Umdrehungen pro Minute, was für empfindliche Werkstoffe wie Balsa-Holz zum Beispiel viel zu viel wäre. Die Schraube wäre in Sekundenbruchteilen fest im Werkstoff und dieser würde direkt splittern. Moderne Akkuschrauber verfügen daher über ein Zwei-Gang-Getriebe mit Hilfe dessen man die Drehzahl schon einmal drastisch reduzieren kann. Im ersten Gang sind dort dann eher Drehzahlen von 500-800 Umdrehungen pro Minute üblich. Noch besser ist es natürlich, wenn der Akkuschrauber über einen stufenlosen Druckpunkt bei der Steuerung verfügt, so dass man mit seinem Finger die Drehzahl weiter feinjustieren kann.

Die richtige Schraube und der richtige Bohrer für den richtigen Werkstoff?

Selbst wenn der Akkuschrauber mit feinster Drehzahl und Drehmomenteinstellung ausgestattet ist gilt es trotzdem die richtige Kombination aus Schraube und Werkstoff bzw. aus Bohrer und Werkstoff zu verwenden. Wenn man ein sehr hartes Holz verwendet und dort versucht eine sehr dicke Schraube hineinzudrehen besteht eine hohe Gefahr, dass das Holz bricht. Gerade in solchen Fällen sollte man sich immer überlegen, ob man nicht besser mehrere kleinere Schrauben verwendet statt einer großen. Da die meisten Akkuschrauber auch über eine Bohrfunktion verfügen gilt das gleiche natürlich auch für die verschiedenen Bohrer.

Was muss ich bei der Arbeitsumgebung beachten?

Gerade wenn man mit empfindlichen Teilen arbeitet gelten besondere Anforderungen an die Arbeitsumgebung. Empfindliche elektrische Teile sollten zum Beispiel vor magnetischen Feldern geschützt werden. Hier muss man auch besonders aufpassen, dass man nicht mit der magnetischen Bit-Halterung vieler Akkuschrauber in deren Nähe gerät. Auch empfindliche Werkstoffe sollten immer fest verankert sein bevor man in sie hineinbohrt oder eine Schraube versenkt, um ein verrutschen und dadurch Schaden am Material zu vermeiden. Abschließend sollte natürlich die Arbeitsumgebung immer ausreichend ausgeleuchtet sein. Hierbei unterstützen die meisten Akkuschrauber zusätzlich durch eine an der Stirnseite angebrachte LED.

Fazit Akkuschrauber für Modellbauer

Ein Akkuschrauber kann im Modellbau eine hilfreiche Ergänzung sein, die es ermöglicht auch feinere Arbeiten mit Motorkraft zu unterstützen. Beachten sollte man auf jeden Fall die Möglichkeit das Drehmoment einzustellen und die Drehzahl regulieren zu können. Idealerweise über ein Zwei-Gang-Getriebe. Für den Modellbau braucht man keine Leistungsstarken Geräte der 18 Volt Klasse sondern kann auf Geräte mit deutlich geringerer Spannung zurückgreifen. Ein Tipp von uns wäre es sich einen Knickschrauber hierfür zuzulegen, da er neben vielen dieser Anforderungen zusätzlich noch ein großes Maß an Flexibilität mitbringt, was gerade bei den oft verwinkelten Schraubstellen im Modellbau Gold Wert sein kann.

Veröffentlicht in: Tipps